Warum lieben wir Sonnenuntergänge?

Es gibt Anblicke der Natur, die beeindrucken fast alle Menschen auf der Welt gleichermaßen: zum Beispiel der Sonnenuntergang über dem Meer oder das Panorama einer Gebirgslandschaft. Ein Forschungsteam des Max-Planck-Instituts für empirische Ästhetik wollte wissen, was im Gehirn passiert, wenn wir Landschaftsbilder betrachten und als beeindruckend empfinden. Die Vermutung war, dass durch bestimmte optische Reize die Belohnungssysteme des Gehirns aktiviert werden. Um so überraschender war die Erkenntnis, dass dies bereits in den visuellen Regionen des Cortex zu entdecken war. „Die Aktivierungen fanden direkt neben Bereichen im Gehirn statt, die für die Identifizierung physikalischer Eigenschaften in Filmen zuständig sind, wie beispielsweise das Layout einer Szene oder das Vorhandensein von Bewegung,“ so Ayse Ilkay Isik, die Erstautorin der Studie.

Was genau an der visuellen Wahrnehmung die neuronale Aktivität auslöst, kann noch nicht gesagt werden. Seniorautor Edward Vessel vermutet, dass die Signale eine frühe, elementare Form des Schönheitsempfindens widerspiegeln könnten, die mit positiver Überraschung in Zusammenhang stehen. Eine natürliche Umgebung und oft sogar alleine die Betrachtung dieser kann unser Wohlbefinden positiv beeinflussen. Das wurde schon mehrfach wissenschaftlich belegt. Dass dieser Zusammenhang tief in der Biologie unseres Gehirns verankert ist, wird durch diese Studie umso deutlicher.

Quelle: Max-Planck-Instituts für empirische Ästhetik
Originalstudie: Link