Mittel gegen Gedächtnisprobleme und Alzheimer?

Alzheimer gilt bisher immer noch als nicht heilbar. Die Hirnkrankheit verursacht im fortgeschrittenen Stadium Demenz. Viele Forscher suchen nach Wegen, Alzheimer zu bekämpfen. Neue hoffnungsvolle Ansätze fanden Forscher am DZNE (Deutsches Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen e. V.).

Sie fanden in Studien an Mäusen heraus, dass die Blockade eines bestimmten Hirnrezeptors die Funktion des Gehirns normalisierte und auch die Gedächtnisleistung verbesserte. Dieser Rezeptor kommt auf Astrozyten vor, das sind sternförmige, nicht-neuronale Zellen, die an der Steuerung der Hirnaktivität und des Blutflusses im Gehirn beteiligt sind.

„Das Gehirn enthält verschiedene Zelltypen wie etwa Neuronen und Astrozyten“, erläutert Dr. Nicole Reichenbach, Forscherin am DZNE und Erstautorin der im Journal of Experimental Medicine (JEM) veröffentlichten Studie. „Astrozyten unterstützen die Hirnfunktion und beeinflussen die sogenannte synaptische Übertragung, also die Kommunikation zwischen Neuronen, indem sie eine Vielzahl von Botenstoffen freisetzen. Überdies regulieren sie den Hirnstoffwechsel und tragen zur Regulierung des Blutflusses im Gehirn bei.“

Astrozyten helfen, die Neuronen im Gehirn gesund zu halten. Ebenso wie Neuronen sind sie in Netzwerken organisiert. „Für die Funktion des Gehirns ist es wichtig, dass solche Netzwerke ihre Aktivitäten koordinieren. Es ist wie bei einem Symphonieorchester. Die Instrumente müssen richtig gestimmt sein und die Musiker im Takt bleiben, um die korrekte Melodie zu spielen“, sagt Professor Gabor Petzold, Forschungsgruppenleiter am DZNE und Leiter der aktuellen Studie. „Interessanterweise kommt eine der Hauptaufgaben der Astrozyten dem sehr nahe: Sie tragen zur richtigen Balance in Gehirn bei.“.

Foto (Quelle: DZNE / Nicole Reichenbach): Unter dem Mikroskop sieht man sternförmige Astrozyten (grün), die sich um krankhafte Eiweißablagerungen (lila) angesammelt haben. Solche „Plaques“ sind ein Merkmal der Alzheimer Erkrankung.

Quelle: Deutsches Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen/Pressemitteilungen
Siehe auch: Journal of Experimental Medicine